Folsäure in der Schwangerschaft: Wichtige Informationen für werdende Mütter
Folsäure ist ein entscheidender Nährstoff, der für den gesunden Verlauf einer Schwangerschaft von besonderer Bedeutung ist. Insbesondere in den frühen Schwangerschaftswochen spielt Folsäure eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ungeborenen Kindes. Doch warum ist Folsäure so wichtig, wie viel davon brauchen Schwangere und welche Quellen sind die besten, um den Bedarf zu decken? In diesem Artikel gehen wir auf diese Fragen ein und liefern Ihnen einen umfassenden Überblick.
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Warum ist Folsäure in der Schwangerschaft so wichtig?
Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, ist ein wasserlösliches Vitamin, das für zahlreiche Körperfunktionen entscheidend ist. In der Schwangerschaft nimmt die Bedeutung von Folsäure jedoch noch einmal deutlich zu. Die Gründe sind vielfältig:
1. Verhütung von Neuralrohrdefekten:
Einer der wichtigsten Gründe für die Einnahme von Folsäure ist die Verhütung von Neuralrohrdefekten (NTD) beim ungeborenen Kind. Diese Defekte treten auf, wenn sich das Neuralrohr, aus dem sich das Gehirn und Rückenmark entwickeln, nicht richtig schließt. Studien haben gezeigt, dass eine ausreichende Folsäurezufuhr vor und während der Schwangerschaft das Risiko für solche Defekte um bis zu 70 Prozent reduzieren kann.
2. Unterstützung des Zellwachstums:
Folsäure ist unerlässlich für die Zellteilung und das Wachstum von Gewebe. Da ein Baby während der Schwangerschaft rasch wächst, ist ein ausreichender Folsäuregehalt entscheidend, um dieses Wachstum zu unterstützen.
3. Blutbildung und Sauerstofftransport:
Folsäure spielt eine Rolle bei der Blutbildung. Es unterstützt die Produktion von roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind. Dies ist sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind von Bedeutung.
4. Schwangerschaftserleichterung:
Folsäure kann auch dazu beitragen, typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit zu lindern, da sie den Stoffwechsel von Aminosäuren und die Energieproduktion unterstützt.
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Wie viel Folsäure brauchen Schwangere?
Die empfohlene Tagesdosis an Folsäure variiert je nach Lebenslage. Für Schwangere ist eine tägliche Zufuhr von 600 Mikrogramm (mcg) empfohlen. Dieser Wert liegt deutlich über der Menge, die Nichtschwangere benötigen (ca. 400 mcg pro Tag).
Es ist wichtig, dass die Folsäurezufuhr bereits vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft beginnt, da die Neuralrohrbildung bereits in den ersten Wochen nach der Empfängnis stattfindet – oft bevor Frauen wissen, dass sie schwanger sind. Deshalb empfehlen Gynäkologen oft, mit der Einnahme von Folsäure zu beginnen, sobald ein Kind gewünscht ist.
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Folsäure aus der Nahrung – welche Lebensmittel sind reich an Folsäure?
Eine ausgewogene Ernährung kann einen großen Teil des Folsäurebedarfs decken. Die beste Quelle für Folsäure sind folsäurereiche Lebensmittel. Dazu gehören:
– Grüner Salat wie Spinat, Blattsalat oder Rucola
– Gemüse wie Erbsen, Karotten, Tomaten und Paprika
– Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen
– Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Quinoa und Haferflocken
– Zitrusfrüchte wie Orangen und Grapefruits
– Nüsse und Samen, insbesondere Sonnenblumenkerne
– Fisch wie Makrele und Sardinen
Trotz einer folsäurereichen Ernährung ist es für die meisten Schwangeren jedoch schwierig, den gesamten Bedarf allein durch Lebensmittel zu decken. Deshalb wird empfohlen, zusätzlich Folsäurepräparate einzunehmen.
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Folsäure-Präparate: Wichtige Tipps
Die Einnahme von Folsäurepräparaten ist für viele Schwangere unerlässlich, um den empfohlenen Tagesbedarf zu erreichen. Hier sind einige wichtige Hinweise:
1. Wann einnehmen?
Die Einnahme von Folsäurepräparaten sollte bereits vier Wochen vor einer Schwangerschaft beginnen. Wenn die Schwangerschaft unerwartet eintritt, sollte man so schnell wie möglich mit der Einnahme beginnen.
2. Welche Form ist am besten?
Folsäurepräparate gibt es in Form von Vitaminpillen, die in Apotheken erhältlich sind. Es ist ratsam, ein Präparat zu wählen, das ausschließlich Folsäure enthält, oder ein multivitaminhaltiges Präparat speziell für Schwangere.
3. Dosierung beachten:
Die empfohlene Dosis für Schwangere liegt bei 600 mcg pro Tag. Es ist wichtig, die Dosierung nicht zu überschreiten, da eine Überdosierung mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann (siehe Abschnitt „Folsäure – zu viel ist nicht gesund“).
4. Unterstützung durch den Arzt:
Frauen, die bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt haben oder bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes oder Epilepsie, sollten mit ihrem Arzt über eine höhere Dosierung sprechen.
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Folsäuremangel: Anzeichen und Risiken
Ein Mangel an Folsäure kann schwerwiegende Folgen haben – sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind. Zu den Anzeichen eines Folsäuremangels gehören:
– Müdigkeit und Schwäche
– Konzentrationsstörungen
– Blässe und Anämie (Blutarmut)
– Schwangerschaftsübelkeit, die über das normale Maß hinausgeht
Ein unbehandelter Folsäuremangel kann zudem das Risiko für Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht und Komplikationen während der Schwangerschaft erhöhen.
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Folsäure – zu viel ist nicht gesund
Auch wenn Folsäure für die Schwangerschaft so wichtig ist, ist zu viel davon nicht ohne Risiko. Eine Überdosierung kann zu folgenden Symptomen führen:
– Übelkeit und Erbrechen
– Durchfall
– Kopfschmerzen
– Schwindelgefühle
Langzeitstudien haben gezeigt, dass eine zu hohe Folsäurezufuhr auch das Risiko für allergische Reaktionen oder Autoimmunerkrankungen beim Kind erhöhen kann. Deshalb ist es wichtig, die empfohlene Dosis nicht zu überschreiten und vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer einen Arzt zu konsultieren.
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Fazit: Folsäure – ein unverzichtbarer Helfer in der Schwangerschaft
Folsäure ist ein unverzichtbarer Nährstoff, der eine zentrale Rolle in der Schwangerschaft spielt. Sie hilft, Neuralrohrdefekte zu verhindern, unterstützt das Zellwachstum und sorgt für eine gesunde Blutbildung. Um den Bedarf zu decken, ist eine Kombination aus folsäurereicher Ernährung und der Einnahme von Folsäurepräparaten empfehlenswert. Wichtig ist, die empfohlene Dosis nicht zu überschreiten und vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln einen Arzt zu konsultieren. Mit der richtigen Folsäurezufuhr tragen werdende Mütter einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Schwangerschaft und einem unbeschwerten Start ins Leben ihres Kindes bei.