Ernährung bei Schilddrüsenproblemen

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Ernährung bei Schilddrüsenproblemen: Was Sie wissen sollten
Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ, das für den Stoffwechsel, die Energieverteilung im Körper und zahlreiche andere Körperfunktionen verantwortlich ist. Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann dies zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen, wie z.B. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Eine ausgewogene Ernährung kann dabei helfen, die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen und die Symptome zu lindern. In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Aspekte der Ernährung bei Schilddrüsenproblemen ein.

1. Die Bedeutung von Jod für die Schilddrüse

Jod ist eines der wichtigsten Nahrungselemente für die Schilddrüse. Es ist ein zentraler Bestandteil der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die für den Stoffwechsel und die Energieproduktion im Körper essentiell sind. Ohne ausreichend Jod kann die Schilddrüse nicht genug Hormone produzieren, was zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann.
Jodreiche Lebensmittel:

  • Jodsalz
  • Meeresfisch (z.B. Lachs, Makrele)
  • Meeresfrüchte (z.B. Algen, Seetang)
  • Milchprodukte (z.B. Milch, Käse, Quark)
  • Eier

Die tägliche Jodzufuhr sollte etwa 150-200 Mikrogramm betragen. Es ist jedoch wichtig, nicht zu viel Jod zu sich zu nehmen, da dies zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen kann.

2. Selen – der Schutzengel der Schilddrüse

Selen ist ein Spurenelement, das eine wichtige Rolle bei der Schilddrüsenfunktion spielt. Es schützt die Schilddrüse vor oxidativem Stress und unterstützt die Umwandlung von Thyroxin (T4) in Triiodthyronin (T3), die aktive Form des Schilddrüsenhormons.
Selenreiche Lebensmittel:

  • Brasilianische Nüsse
  • Fisch (z.B. Lachs, Sardinen)
  • Hühnereiweiß
  • Vollkornprodukte

Es wird empfohlen, täglich etwa 50-70 Mikrogramm Selen zu sich zu nehmen. Zu viel Selen kann jedoch gesundheitsschädlich sein, daher sollte man die Aufnahme kontrollieren.

3. Vitamine und Mineralstoffe für die Schilddrüse

Neben Jod und Selen benötigt die Schilddrüse auch andere Vitamine und Mineralstoffe, um optimal zu funktionieren:
– Vitamin D: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion und kann bei einer Schilddrüsenunterfunktion helfen. Gute Quellen sind fetter Fisch, Eier und Sonnenlicht.
– Zink: Wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Zinkreiche Lebensmittel sind Fleisch, Nüsse und Samen.
– Eisen: Ironmangel kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Gute Quellen sind rotes Fleisch, Linsen und Spinat.

4. Lebensmittel, die bei Schilddrüsenproblemen vermieden werden sollten

Bestimmte Lebensmittel können die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen und sollten daher gemieden oder nur in Maßen genossen werden:
– Goitrogene Lebensmittel: Diese können die Aufnahme von Jod behindern und die Schilddrüse vergrößern (Struma). Dazu gehören rohe Kohlsorten (z.B. Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl). Wenn sie jedoch gekocht werden, reduziert sich die goitrogene Wirkung.
– Soja: Sojaprodukte können die Absorption von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigen, insbesondere bei Personen mit Schilddrüsenunterfunktion. Sie sollten in Maßen genossen werden.
– Zucker und ungesunde Fette: Eine ungesunde Ernährung kann zu Entzündungen und Stoffwechselstörungen führen, die die Schilddrüse belasten.

5. Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Schilddrüsenproblemen

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen. Hier sind einige allgemeine Tipps:
– Mehr Ballaststoffe: Vollkornprodukte, Obst und Gemüse liefern wichtige Nährstoffe und unterstützen den Stoffwechsel.
– Ausreichend Proteine: Proteine sind wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte.
– Vermeidung von Extremdiäten: Eine ausgewogene Ernährung ist immer besser als extreme Diäten, die zu Nährstoffmangel führen können.
– Trinken Sie genug Wasser: Ausreichend Flüssigkeit hilft bei der Ausscheidung von Schadstoffen und unterstützt die Schilddrüsenfunktion.

6. Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist es wichtig, die Ernährung auf die Unterstützung der Schilddrüsenfunktion und die Regulierung des Stoffwechsels auszurichten:
– Jodreiche Lebensmittel: Achten Sie auf eine ausreichende Jodzufuhr, um die Schilddrüsenhormonproduktion zu unterstützen.
– Selen und Zink: Diese Spurenelemente sind entscheidend für die Umwandlung von T4 in T3.
– Gesunde Fette: Gesunde Fette, wie z.B. aus Avocados, Nüssen und Olivenöl, unterstützen die Hormonproduktion.

7. Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist es wichtig, den Stoffwechsel zu beruhigen und Gewichtszunahme zu vermeiden:
– Kalorienarme Kost: Vermeiden Sie zuckerhaltige und fettreiche Lebensmittel, die den Stoffwechsel zusätzlich belasten können.
– Proteinreiche Ernährung: Proteine helfen, den Muskelabbau zu verhindern, der bei einer Überfunktion häufig auftritt.
– Ausreichend Ballaststoffe: Ballaststoffe helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und das Sättigungsgefühl zu fördern.

8. Fazit und Empfehlungen

Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und Vorbeugung von Schilddrüsenproblemen. Jod, Selen, Vitamine und Mineralstoffe spielen eine zentrale Rolle, während goitrogene Lebensmittel und ungesunde Fette gemieden werden sollten. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich an einen Arzt oder einen Ernährungsberater wenden, um eine auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Ernährungsplanung zu erhalten.
Mit den richtigen Lebensmitteln und einer gesunden Lebensweise können Sie Ihre Schilddrüsenfunktion unterstützen und ein vitales Leben führen.

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